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And between the red flags I saw 10000 people maybe more.

May 2nd, 2008 (11:42 am)

1. Mai 2008, Hamburg.

Die größte Demonstration an einem 1.Mai in Hamburg seit Jahren und gegen eine Nazi-Demonstration trug sich gestern in der Hansestadt zu. 10000 Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen und Genossinnen und Genossen fanden sich in Barmbek zusammen um ein Zeichen gegen Fremdenhasse, Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung zu setzen.
Liebe Berliner. An diesem 1.Mai haben wir euch eindeutig die Schau gestohlen, wer in der Haupstadt geblieben ist: selber Schuld! Zumahl ja die meisten von euch eh schon seit Dienstag in Hamburg genächtigt haben.

Was für eine Demo! 10000 Menschen! Wahnsinn! Ich bin immer noch ganz überwältigt von der Masse. Mit 5000 eine Kreuzung an der "Fuhle" dichtgemacht und so den Nazis nur den Abtransport in die S-Bahn gelassen.

Natürlich berichten gerade die einschlägigen Medien auch von Krawalle und brennenden Autos. Natürlich befinden sich unter den 10000 Leuten auch Autonome, die mal grundlos einen Müllcontainer umschmeissen und dass dann Autos in die Luft fliegen. Okay. Streitbar. ABER: Dass die Nazis nicht mit ihren Bussen nach Hause konnte, weil sie mal einfach "entglast" wurden ist für mich indiskutabel. Dies ist keine Gewalt gegen Menschen, sondern gegen Sachen die schlechte Menschen transportieren, ergo völlig berechtigte Gewalt.

Die Gewerkschaftsjugend mittendrin! Hörte man Antfas telefonieren, um sich irgendwo zu treffen um sich zu den Nazis durchzuschlagen, hörte man nur "keine Ahnung wo ich bin, aber hier ist überall ver.di Jugend, komm mal da hin"

Dass wir aber nicht in der ersten Reihe stehen, auch dafür hatten die Genossinnen und Genossen der Antifa und von den Autonomen verständnis, natürlich nicht aus uneigennützigkeit. Wird es zu heiss ziehen man sich zu den Gewerkschaftern zurück. Ein Polizist wird sich zweimal überlegen, ob er in einen Gewerkschaftsjugendblock reinknüppelt, nur weil der vielleicht ein Autonomer sein könnte der gerade einen Stein nach ihm geschmissen hat.

Gewonnen haben wir gestern. Nicht wegen brennenden Autos, nicht wegen Steinen oder der Zahl der verletzten Polizisten. Nein das sind Dinge die interessieren uns nicht. Den Nazis wurde klar gemacht "hier nicht", sie wurden abgedrängt, verfrachtet und zurück in ihre Löcher geschickt. Ein gutes Gefühl. Ja.

Fake for real

May 2nd, 2008 (11:32 am)

Eine dunkle Welt stirbt um halb zehn
Eine dunklere Welt steigt empor
Und du auf der guten, sicheren Seite
Vom Flachbildschirm
Monitor
Die Stadt in den Wolken
lehrt dann bösen Kindern nur eins
Dass ihr seht wo ihr bleibt
und dann bleibt wo ihr seid
Ein Sessel im Keller
Ein Leben im Innern
Und andere sollten Schlimmstes verhindern
Und Türme, die fallen für Jungfrauen im Jenseits
Und dann das Gefühl. von dem man jetzt längst weiß
es wird nicht mehr gehen
nicht in den nächsten Jahrzehnten
Es sieht aus wie 'ne Faust
umgeben von Blut
Es schlägt bis zum Hals
und es sorgt jedenfalls dann dafür
dass es geht
Dein Herz
reiß dich zusammen
Weil es manchmal egal ist
ob man jetzt wirklich
Wirklich mutig ist
oder nur tut als ob
tut als ob
Für die einen sind es Menschen
mit Augen, Mund, Ohren
Für die anderen Kostenfaktoren
Und dann auf der bösen falschen Seite
vom Flachbildschirm
Monitor
"Wir waren eigentlich immer zufrieden mit Ihnen"
und das meint jetzt und hier
Da ist die Tür
dem wortlosen Rückzug folgt dann der Winter
und andere sollen Schlimmstes verhindern
Ein Platz ist noch frei
auf der hintersten Bank
in der vollbesetzten
Kirche der Angst
und tritt ein
und verstumm
Und Staub
Staub werden wir alle
Es sieht aus wie 'ne Faust
umgeben von Blut
Es schlägt bis zum Hals
und es sorgt jedenfalls dann dafür
dass es geht
Dein Herz

Ich erhielt heute folgende Nachricht:

April 26th, 2008 (04:29 pm)
current song: Tiger Lou-The Loyal

"Adieu Schottland,

heisst es für mich im Mai.

Heisst insgesamt: In ca. 3 Wochen bin ich wieder in Hamburg"

Hier meine Antwort:

"die stadt wird festlich geschmückt sein, überall an den straßen werden menschen stehen und mit palmenblättern wedeln. der ganze weg vom flughafen nach hummelsbüttel. rote teppiche. pompöse fanfaren.

"come home the whole town sings, they will greet you like a king" - frei nach tiger lou

mein herz tanzt und ich weiss gerade nicht anders als mt diesem quatsch hier meine unglaubliche freude auszudrücken.

ich will flugnummer und ankunftszeit"


Diese Nachricht konnte gerade zu keinem besseren Zeitpunkt kommen. Die beste Nachricht seit langem. Ja. Wie hat er gefehlt. So oft. Auch für Yelda freut es mich. Ziehen wir also los um die Welt zu erobern! Das Exil ist vorbei!

Und ich kann lachen.


Hamburg, September 2007

Kein Platz für Kompromisse

April 21st, 2008 (06:42 pm)
current song: Dakoton-Getrennte Rechnungen

Freitag war ich das erste Mal also in meinem Leben bei einer Geburt dabei. Nein nicht in einem Kreissaal, auch nicht von meinem Sohn oder meiner Tochter, das darf auch noch bisschen warten. Nein ich war live dabei bei der Geburt von Dakoton. Was dieser Name bedeutet weiss keiner so genau, alles und nichts, Wut und Freude, Spaß und Krieg.
Benno, momentan wohl einer der besten Sänger und Gitarristen seines Alters in der Hansestadt und nebenbei Irinas Freunde, hatte eines Nachts mal Langeweile und dachte er könnte eben ein Ein-Mann-Musik-Projekt auf die Beine stellen. Rausgekommen sind zunächst ein paar Songs nebst einem Studiovideo, das uns alle vor unseren Schreibtischstühlen vor Lachen zusammensacken ließen. Mit guten Connections und etwas Glück und dadurch schon einen ungeheuren Vorsprung vor anderen vergleichbaren Künstlern wurden weitere Songs geschrieben. Das ganze war ungefähr vor einem Jahr.

Keine Band, kein Bassist, kein Schlagzeuger, kein zweiter Gitarrist und erst recht keinen Orchestergraben. Der Punk wurde aus einem lange gelglaubten Grab wieder ausgebuddelt und er hat alles alleine aufgenommen, der Benno, als ob das mal eben gar nichts ist. Ist es nicht, das weiss wohl jeder der mal Musik aufgenommen hat, das gute aber, so kommt die Musik daher. Schnörkellos. Geradeaus und trotzdem nicht berechenbar. Aufgenommen hat er also, Stunden um Stunden. Tage um Tage und einige Monate vielleicht. Die Uni will ja auch irgendwie gemeistert werden.

Ich weiss noch, wie Irina Benno und ich ende September im Pub saßen, sie waren gekommen um mich zu verabschieden. Benno suchte gerade nach einer Band, mit der er Dakoton auch live verwirklichen konnte. Etwas mehr als ein halbes Jahr später gab es also das erste Konzert. Benno fragte mich kurz vorher per Camcorder was ich von dem Abend erwarte. Ich sagte "Ich erwarte das geilste Rock n' Roll Konzert, dass ich seit langem gesehen hab". Ich wurde nicht enttäuscht.
Kein Platz für Kompromisse, der Songtitel ist Programm bei Dakoton. Benno hat das kleine Kunstwerk vollbracht sich eine Band zu suchen die perfekt zusammenpasst. Zu ihm, zu seinen Songs. Kann es eine Band schaffen schon beim ersten Konzert eine Harmonie auszustrahlen die ich sonst nur von Thees Uhlmann und Konsorten kenne? Ich dachte eigentlich nicht, ich wurde am Freitag eines besseren beleert. Keine einsamen Poser, keine egotrips hinter Schießbude oder auf den Saiten. Songs zum nachdenken, zum Kopfnicken und zum wild abzappeln. Das Pooca auf dem Hamburger Berg war zurecht voll. Nicht bis zum Platzen voll und das ist auch gut so, aber voll. Welche Band kann das von sich behaupten, bei ihrem ersten Konzert eine der Kultkneipen auf dem Berg gefüllt zu haben. Ich kann mich an die einzelnen Songs gar nicht mehr erinnern. Nur dass ich Irina sagte, dass ich unbedingt T-Shirts verkaufen will für Dakoto, aus zwei Gründen, ich kann die Band dann noch so oft wie möglich erleben und ich kann Einträge wie diese nach jedem Abend schreiben. Mit mehr Erinnerungsvermögen und vielleicht doch noch einer Träne im Knopfloch.

Ansonsten: Ich steuer auf den letzten Monat Zivildienst zu. Eine seltsame Sache, wieder eine Sache abgeschlossen, wieder einen Haken hinter etwas gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage, besonders nicht nach dem Start ins Zivi-Leben, aber ich finde es schade, da zu gehen, klammere ich einfach mal die menschenunwürdige Bezahlung aus und bestimmte Führungskräfte, macht es doch echt viel Spaß mit den Menschen dort. Ich denke ich werde noch öfter mal dorthin zurückgehen, nur um mal "hallo" zu sagen.

Heute vor 40 Jahren...

April 11th, 2008 (06:45 pm)

wurde Rudi Dutschke von dem Rechtsextremisten Josef Bachmann angeschossen und schwer verwundet. Dutschke starb im Dezember 1979 an den Spätfolgen des Attentats. Dieser Tag könnte mit Fug und Recht, als die Initialzündung für das Ende der Studentenbewegung in Deutschland verstanden werden.
Was trieb Josef Bachmann zu dieser Tat. Sicher ist, die Springer Presse, insbesondere die BILD "Zeitung" haben mit ihrer verleumderischen Hetze voll von Halbwahrheiten und Lügen ihren Teil dazu beigetragen. Man muss sich mal vorstellen, dass auf einer vom Senat der Stadt West-Berlin organisierten Anti-Studenten-Demo, ein Mann der Dutschke ähnlich sah fast todgeprügelt wurde.

Bachmann tötete sich im Gefängnis Berlin-Moabit im Februar 1970 selbst.

Dutschke widerrum, nach dem Attentat langsam und schwerlich des Schreibens wieder mächtig geworden, schrieb Bachmann und vergab ihm:
"[...] Du wolltest mich fertig machen. Aber auch, wenn Du es geschafft hättest, hätten die herrschenden Cliquen von Kiesinger bis zu Springer letztendlich Dich fertig gemacht. [...] Lass dich nicht angreifen, greife die herrschenden Cliquen an. Warum wurdest Du und wirst Du und mit dir die abhängigen Massen des Volkes ausgebeutet, wird deine Phantasie, wird Dir die Möglichkeit Deiner Entwicklung zerstört?
[...] Also schieß nicht auf uns, kämpfe für Dich und Deine Klasse [Bachmann selbst kam aus dem Arbeitermillieu, Anm. d. A.]. Höre auf mit den Selbstmordversuchen, der antiautoritäre Sozialismus steht auch noch für dich da.[...]"

Dutschke hat unzählige Essays, Briefe, Bücher geschrieben. Das ist wohl nur ein mikrobischer Auszug seiner Bibliographie, sagt aber doch eine Menge über den Menschen Rudi Dutschke aus. Wieviele Menschen könnt ihr mir nennen, die einen solchen Brief ein ihren Fast-Mörder schreiben würden und dazu selbigen noch auffordern mit Selbstmordversuchen aufzuhören?


Internationaler Vietnam Kongress 17.-18.2.1968.
Dieses Foto hat etwas magisches. Obwohl es wie Triumph aussieht
zeigt es keinen Triumphator. Es zeigt einen Menschen der eine unglaubliche
Freude ausstrahlt. Freude darüber, dass er weiss was möglicht ist.
Das Foto ist kurz nach seinem Referat
"Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emazipationskampf"
entstanden. Links von ihm, Gaston Salvatore, bester Freund und Genosse.

 

So...

April 3rd, 2008 (11:14 pm)

...ich bin raus fürs Wochenende.

Im Wendland auf Klausurtagung. Und wehe da denkt jetzt jemand an die Art von Klausur die man mit Schule/Uni assoziiert. Check your local Wikipedia (local?! hä?).

Mal sehen ob das da genauso schön ist wie die Madsen-Brüder immer sagen, bin das erste mal im Wendland und mal sehen was mit Castor so geht...

Auf bald!


Das Büro.

Lieber Patrick,

April 1st, 2008 (06:14 pm)

ich darf dich ab heute ganz offiziell nicht nur Genosse, sondern auch Kollege nennen. Willkommen in der Gewerkschaftsjugend und in einer der größten Gewerkschaften der Welt.

Wir sehen uns auf der DGB Bundesjugendkonferenz oder so xD.

Wir sind der neue Mensch. Wir haben die Zukunft in unseren Händen. Her mit dem schönen Leben!

Eigentlich ist Michael Penn der bessere Elliott Smith.

March 27th, 2008 (09:53 pm)
current song: Michael Penn-Walter Reed



I count the cases piled up high
For the 1:15.
For platform and for passerby
It's the same routine.
I'm ranting while I’m raving,
There's nothing here worth saving.

Tell me now, what more do you need?
Take me to Walter Reed tonight.
Baby I've lost the will for fighting
Over everything.
Well there's a few things I gotta say
And make no mistake, I'm mad…
'Cause every good thing I've had
Abandoned me.

All I want to do is hide.
It's graduation day
And everything I learned inside
Didn't seem to pay.
I've had my fill of palm trees
And lighting up Grauman's Chinese.

Tell me now, what more do you need?
Take me to Walter Reed tonight.
Baby I've lost the will for fighting
Over everything
And there's a few things I gotta say.
Make no mistake, I'm mad.
'Cause every good thing I had
Abandoned me.

A sad and lonesome me.

I'm the walking wounded
And I'd say it to your face
But I can't find my place.

So tell me now, what more do you need?
Take me to Walter Reed tonight.
Baby I've lost the will for fighting
Over everything
And there's a few things I gotta say.
Make no mistake, I'm mad
'Cause every good thing I had
Abandoned me.

A sad and lonesome me.
A sad and lonesome me.
A sad and lonesome me.

Wichtig, wichtig

March 24th, 2008 (11:51 am)

March 23rd, 2008 (01:58 pm)

Trink meinen Rausch aus,
ich bleib heut lieber mal zuhaus
komm lass uns reden
über leben

und ich will nichts kaufen
ich schau mich nur mal um
und ich kann nichts brauchen
was dieses hier belohnt

und im eigenen leben verläuft sichs immer noch am besten
ja
und im eigenen leben verläuft sichs immer noch am besten
wohl wahr
es tut mir leid
es tut mir leid

sag du brauchst mich
ein bisschen
sag du hörst du mich
sag du siehst mich
von weitem

verdammt

und ich will nicht
dass du glaubst
dass du alleine bist
du bist es nicht
du hast doch mich

und im eigenen leben verläuft sichs immer noch am besten
ja
und im eigenen leben verläuft sichs immer noch am besten
wohl wahr
es tut mir leid
es tut mir leid

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